Im Februar gibt es für ganz Augsburg – und eigentlich für die ganze Theater- und Literaturwelt – einen ganz besonderen Tag, nämlich den Geburtstag von Bertolt Brecht am 10. Februar.

Das Bayernkolleg konnte an so einem Datum nicht vorbeigehen und beschloss zusammen mit der Buchhandlung am Obstmarkt und Herrn Kurt Idrizovic, den großen Dramatiker, Dichter und Denker zu ehren. So wurde das Projekt „Bertolt Brecht. Heimat – Fremde – Exil“ ins Leben gerufen, das in den Vordergrund die Frage stellte, was die Jugendlichen heutzutage von Brecht lernen und mitnehmen können. Zwei Monate lang haben sich die Schülerinnen und Schüler des Bayernkollegs mit Leben und Werk des berühmten Augsburgers auseinandergesetzt, indem sie nicht nur seine Texte gelesen und diskutiert haben, sondern auch selbst dichteten, seine Orte erkundeten und die heutige Welt durch seine Augen betrachteten. 

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Bertolt Brecht war ein vielseitiger Künstler, nichts war ihm fremd – Prosa, Lyrik, Theater, Musik, an allem hatte er großes Interesse, deswegen wurde auch der Brecht-Abend genauso abwechslungsreich gestaltet. Der Alabama Song von der Schulband „EinsA“ und „Die Moritat von Mackie Messer“ vom Schulchor sorgten für den musikalischen Hintergrund des Abends, Gedichte „Die Gedanken über die Dauer des Exils“ und „Lob des Lernens“, vorgetragen von Oleksandr Smokvin und Artem Cheban aus der Klasse O+1, erinnerten an das poetische Œuvre Brechts, die von dem Vorkurs 2 präsentierten Kurzvideos zeigten Augsburg vom jungen Brecht. Wer noch mehr über Informationen über ihn erfahren wollte, konnte den Brecht-Account bei Instagram aufrufen, den die Klasse O+2 eingerichtet hat. 

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Aber nicht nur Brecht selbst stand im Mittelpunkt des Abends und des ganzen Projektes, sondern auch die Schülerinnen und Schüler des Bayernkollegs selbst, denn durch seine Texte und durch sein Schicksal, das ein Spiegel  des ganzen XX. Jahrhunderts war, konnten sie über sich selbst nachdenken und einige wichtige Fragen an sich und ihre Mitmenschen stellen. Dieses Nachdenken kam in den schönen Gedichten der Schülerinnen und Schüler aus dem Vorkurs 3 zum Vorschein und echote in der Performance „So wie es ist, bleibt es nicht!“ von der Theatergruppe des Gymnasiums – eine fragmentarische Collage über Heimat und Fremde, über Bleiben wollen und Gehen müssen, gleichzeitig ein Abbild der gegenwärtigen Gesellschaft und eine sehr persönliche Botschaft. Und schon ist man fast irritiert und fragt sich, ob das, was man eben gehört hat, wirklich fast vor hundert Jahren entstand – gerade diesen Eindruck konnte man kaum loswerden, während man Iryna Skotska aus der Klasse 1A beim Rezitieren von „An die Nachgeborenen“ zuhörte.

Einer der emotionalen Höhepunkte des Abends war die Premiere des Films „Bühne der Flucht“, den Elias Sarhan zusammen mit Jim Küster und Carolin Weinbender für das Brecht-Projekt gedreht hat. In diesem Film erzählen die Jugendlichen von ihrem Leben, von ihrer Wahrnehmung des Krieges und der Flucht davor, von ihren Wünschen und Hoffnungen. Diana Stoliar aus der Klasse O2 war auch im Film zu sehen und hat für die Filmpremiere ein Lied komponiert, das als musikalische Fortsetzung des Films gedacht war und alle Gäste sehr berührt hat. Für die wunderbare Atmosphäre des Abends sorgten aber nicht nur die Auftritte, sondern auch das wunderbare Moderatorinnen-Quartett: Lara Batursah, Lena Heldwein, Rosanna Schweigard und Caroline Weinbender – sie haben nicht nur die Gäste auf der spannenden Reise durch die Brecht-Welt begleitet und das Szenario des ganzen Abends mitgestaltet.

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Es war sehr schön zu sehen, wie das ganze Bayernkolleg den Geburtstag von Brecht gefeiert hat. Nach so einem wunderbaren Abend können wir, uns an Brecht anlehnend, ganz sicher sagen: „So wie es war, ist es nicht geblieben!“

'Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen, die an der Vorbereitung des Abends mitgewirkt haben, insbesondere: Sima Avadieva, Armin Barth, Sibylle Geßler, Stefan Immler, Leonie Nießeler, Sibylle Kauer-Radlinger, Philipp Steigenberger und Tobias Predehl.

Julia Pasko

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